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Naturkraftanlagen

In der Region Hannover sind mechanische MĂŒhlen, die mit Wasserkraft betrieben werden, seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar. WindmĂŒhlen kamen etwa 500 Jahre spĂ€ter hinzu. Vorher waren die Muskelkraft der Menschen und ihrer Haustiere die einzigen Energie­quellen, mit denen auch schwerste Arbeit geleistet werden musste. Alle Anlagen, die NaturkrĂ€fte nutzten, unterlagen bis 1807 grundherrlichen Rechten. So durften die Bauern ihr Korn nur in der ihnen zugeordneten ZwangsmĂŒhle mahlen lassen, wobei der unmittel­bar vom Grundherrn abhĂ€ngige MĂŒller sogleich die Mahllast als eine Art Natural­zins ein­behielt.  

Das Wasserrad entwickelte sich im Mittelalter zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert zur generellen Antriebsmaschine, zu deren Ausbreitung die Klöster wesentlich beitrugen. Nachdem anfangs das unterschlĂ€chtigen Rad eingesetzt wurde, bei dem das fließende Wasser die Radschaufeln an seinen untersten Stellen trifft, breitete sich seit dem 14. Jahrhundert das oberschlĂ€chtige Wasserrad aus, das etwa doppelt so viel leistete. Denn dabei stĂŒrzte die gesamte durchlaufende Wassermenge von oben auf das Rad und setzte es durch sein Gewicht in Bewegung. Die frĂŒheste WassermĂŒhle in der Region Hannover, die „KokemĂŒhle“ bei Groß-Munzel, wird schon um 900 urkundlich erwĂ€hnt, fĂŒr Laderholz ist eine WassermĂŒhle fĂŒr 1165 nachgewiesen und in Neustadt fĂŒr 1215 gleich zwei.   

Die BockwindmĂŒhle - die erste WindmĂŒhlenart, die sich ‚in den Wind drehen‘ ließ - ist wohl der Ă€lteste uns bekannte WindmĂŒhlentyp in der Region Hannover. Sie alle mahlten fast ausnahmslos Korn, nur wenige waren SĂ€gemĂŒhlen. Charakteristisch fĂŒr diesen MĂŒhlentyp ist das aus Holz gefertigte, rechteckige MĂŒhlengehĂ€use. Dieses ist drehbar um den senk­recht stehenden „Hausbaum“ gelagert. Der eichene Hausbaum mit einem Durchmesser von etwa 70 Zentimeter ruht auf einem Balkenkreuz und wird von vier diagonalen StĂŒtz­streben in der Senkrechten gehalten. Das Ganze steht zumeist auf einem Fundament aus behauenen Steinblöcken. Der Hausbaum ragt bis unter die zweite Etage ins MĂŒhlen­gehĂ€use hinein und ist dort im „Mehlbalken“ oder „Hammer“ gelagert, der zugleich die Hauptlast des Mehlbodens und des Mahlwerks trĂ€gt. Ein langer, abwĂ€rts gebogener Eichenbalken, der sogenannten „Steert“, ist unter dem MĂŒhlenboden so angebracht, dass sein Kragende fast bis zur Erde reicht. Damit lĂ€sst sich die MĂŒhle in den Wind drehen. Die Entwicklung der KappenwindmĂŒhle, meist HollĂ€ndermĂŒhle genannt,  bedeutete einen wesentlichen Fortschritt in der WindmĂŒhlentechnik. Da nur noch die FlĂŒgel mit der Kappe in den Wind gedreht werden, ergeben sich entscheidende statische und rĂ€umliche Vor­teile. Die HollĂ€ndermĂŒhle besteht aus drei Teilen, dem massiven Unterbau, auf dem der achteckige Rumpf sitzt, und darĂŒber dreht sich die Kappe auf Rollen mit Hilfe eines „Steerts“ oder einer „Windrose“ zum Wind. Beim GaleriehollĂ€nder erfolgt die Einstellung von einer umlaufenden Galerie aus (vgl. WindmĂŒhle Wichtringhausen).